Montag, 21. November 2011

Road Trip ~Teil 5~


So, weiter ging es nach Florida! 

Hier hatten wir für ein paar Tage ein Ferienhäusschen in Daytona Beach gebucht und wollten uns Orlando, Cape Canaveral und diese ganzen berühmten Touri-Attraktionen anschauen. Außerdem wollten wir im "Sunshine State" natürlich auch mal einen Nachmittag am Strand liegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Laut Beschreibung sollte das Häuschen nur wenige Schritte vom Strand entfernt sein  und sowohl über Luftmatratzen als auch Kanus für Besucher verfügen, alles schien perfekt. Bis ich während der Fahrt richtung Süden die Tageszeitung aufschlug...                                                                                       Das Satellitenbild für den Wetterbericht zeigte strahlenden Sonnenschein für ganz Nord Amerika, einzige Ausnahme: Florida! Über dem Sunshine State braute sich ein tropischer Sturm zusammen, der noch zu überlegen schien ob er ein richtiger Hurrican werden sollte. Je weiter wir nach Süden fuhren, desto schlechter wurde das Wetter, wir saßen im Auto und konnten es kaum glauben... 

Da wir als verwöhnte Europäer kaum Erfahrung mit Tropenstürmen hatten, haben wir die Vermieterin des Ferienhauses angerufen, bevor wir die Grenze nach Florida erreichten. Laut ihrer Aussage wäre in Florida alles in Ordnung, bisschen windig aber kein Grund einen Urlaub umzuplanen. Sie versicherte uns glaubhaft es wäre nur ein ganz kleiner Sturm und morgen sollte schon wieder schönes Wetter sein. So etwa eine Stunde bevor wir Daytona Beach erreichten hörte es nicht mehr auf zu regnen und es wurde immer stürmischer. Der Wetterberichtsfutzi im Radio verriet schonmal den Namen, den sie aussuchen würden, wenn der Tropensturm ein Hurrican werden würde und die Stimmung im Auto war nicht gerade auf ihrem Höhepunkt... 

Wir sind trotzdem weitergefahren und haben als wir die Küste erreichten erstmal erstaunt aufs Meer geschaut. Der Strand war Menschenleer, die Wellen riesig und der Wind war so warm, dass man in kurzer Hose rumlaufen konnte. Da aber niemand begann die 1.000 Hotels direkt am Strand zu evakuieren sind wir losgezogen um unser Ferienhäuschen in der dritten Reihe zu suchen. Was wir fanden war sehr niedlich, modern eingerichtet und gefiel allen sofort, also beschlossen wir zu bleiben und das Beste draus zu machen. Den Abend haben wir mit einem köstlichen Essen im "Olive Garden", einigen DVDs die wir im Haus gefunden hatten und einer Flasche Wein verbracht. Als Patti und ich am nächsten Morgen loszogen um den Hund zu lüften war der Sturm noch etwas stärker geworden. Überall lagen große Palmblätter und Äste herrum, vom breiten Sandstrand war nur noch ein schmaler Streifen zu sehen, so hoch schlugen die Wellen. Wir kamen uns eher vor wie in Dänemark als in Florida ;-) Und ich musste an Julias Worte denken: "Grüß den Sunshine State von mir wenn du da bist!" Äh ja, hab ich gemacht liebe Julia ;-P

Da es aber gerade nicht regnete haben wir uns nach Hunderunde und Geburtstagsfrühstück auf den Weg zum Cape Canaveral gemacht. Dort angekommen fährt man das letzte Stück des Weges auf einer Straße direkt am Wasser, hier war der Sturm besonders beeindrucken. Während wir noch staunend aus dem Fenster schauten fing es an zu schütten. Es regnete so stark, dass die Scheibenwischer kaum hinterher kamen und das Navi verkündete fröhlich: "Sie haben ihr Ziel erreicht!" Ein neues Simmungstief war ebenfalls erreicht. Da ist man schonmal zu seinem Geburtstag in Florida und dann sowas! Während wir noch im Auto berieten ob wir gleich sofort wieder umdrehen sollten oder wenigstens erst einer an der Kasse fragen geht ob vielleicht auch vieles überdacht ist hier, hat wohl jemand den Schalter von "EsregnetwieausEimern" auf einen normalen, erträglichen Regen umgestellt.

Wir sind also schnell rein ins NASA Zentrum und haben uns zuerst alles angeschaut was draußen zu besichtigen war. Beeindruckend, wie groß so eine Rakete dann doch ist wenn man im "Rocket-Garden" direkt daneben stehen kann...














Außerdem fahren sie einen in großen Bussen quer über das ganze NASA Gelände und man kommt an mehreren Zwischenstops (die natürlich mit Giftshops versehen sind) erstaunlich nah an die Raketenabschuss-Rampen herran. 

 
Der nächste geplante Start sollte nur gute drei Wochen nach unserem Besuch stattfinden und im Bild links sieht man was schon alles aufgebaut worden ist dafür.




















Neben Raketen, Antriebsdüsen, Abschussrampen und all diesen technischen Dingen findet man auf dem NASA Gelände auch eine unglaubliche Artenvielfalt an Tieren. Die NASA wurde zu einer Naturschutz-Ausgleichsfläche verpflichtet und so konnten wir neben unzähligen Vogel- und Reiherarten sogar Aligatoren und einen Weißkopfseeadler beobachten.



Da es dann aber auch schon wieder anfing zu regnen haben wir den Rest des Tages in überdachten Ausstellungen verbracht und zum Beispiel in der Enterprise herumgespielt. Da ich Geburtstag hatte durfte ich der Käptn sein, hehe!

            



                      "Energie!"

Den Abend verbrachten wir mit Pizza, Wein, Cranium und Jenga. Der Sturm wurde immer heftiger und neben Palmblättern flogen nun auch schon ab und zu auch Teile von Hausdächern durch die Gegend. Der ein oder andere kleine Stromausfall veranlasste uns mal das Haus nach Kerzen und Taschenlampen zu durchsuchen...






Am nächsten Morgen war es plötzlich schön draußen, viel weniger stürmisch und es hatte aufgehört zu regnen, so dass wir uns entschlossen in die Universal Studios nach Orlando zu fahren. Zu unserem Glück hatte das Wetter scheinbar viele andere Besucher abgeschreckt, sodass wir eigentlich nirgends allzulange in der Warteschlange stehen mussten.


















Moritz beim Smalltalk mit Dr. Emmet Brown aus "Zurück in die Zukunft"



























Der Mops aus "Men in Black"









Hier lauert der weiße Hai!





 Dieses kleine Squirrel saß vor einem Haufen Chips und ließ sich von mir garnicht stören. Ich bin wie verrückt vor ihm auf dem Boden rumgerutscht um das beste Foto zu schießen aber das ließ diesen kleine Nager völlig kalt. Wahrscheinlich ist es Trubel gewohnt, wo es doch schließlich in Orlando, FL zu Hause ist ;-)
Am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg nach North Carolina gemacht, schließlich wollen Nathalie und Moritz auch noch unser Haus sehen.

Auf den Weg dahin haben wir doch tatsächlich diese Gruppe Aasgeier am Straßenrand sitzen sehen. Wer mich kennt, weiß dass ich es mir nicht verkneifen konnte auszusteigen um mir das mal aus der Nähe anzusehen ;-)

Ich habe mir zwar unzählige Mückenstiche in den paar Minuten eingefangen (der hungrige Mückenschwarm war es wohl auch was die anderen im Auto warten ließ *lach*) aber diese Bilder waren es mir wert.











Dienstag, 15. November 2011

Road Trip ~Teil 4~

Charleston! 
Unsere Lieblingsstadt (also Pattis und meine) wir waren inzwischen mehrfach dort, ihr kennt schon Bilder, trotzdem war es wieder anders und wieder sehr schön! Charleston liegt an der Küste von South Carolina und hat viele wunderschöne uralte Stadtvillen mit riesigen Verandas und zauberhaften Gärten.
























Neben einer Stadtrundfahrt mit der Pferdekutsche haben wir einfach bei einem Bummel durch die Straßen und Gassen die kleinen Lädchen und den Markt genossen. Nathalie hatte hier die beste Limonade ihres Lebens und wollte von da an nichts anderes mehr trinken. Egal wo wir den Rest des Urlaubs gegessen haben, sie hat meistens Limonade bestellt um fest zu stellen, dass die auf dem Markt von Charleston einfach besser geschmeckt hat *lach*




 Die zweite Hälfte des Tages haben wir uns auf der USS Yorktown rumgetrieben. Dieser alte Flugzeugträger, der vor der Hafeneinfahrt zu Charleston auf Grund liegt, sollte dem aufmerksamen Leser bekannt vorkommen ;-) Patti war schonmal dort und hat auch Fotos hier gezeigt. Wir anderen drei kannten sie aber noch nicht und wollten uns das nicht entgehen lassen.





















Nach einem kurzen Ritt auf der Kanone à la Münchhausen sind wir zunächst das Flight Deck und die ausgemusterten Kampfjets erkunden gegangen, bevor wir uns die unteren Decks angeschaut haben. Es gibt unzählige Touren auf dem Schiff und wir waren viel länger hier beschäftigt als wir alle dachten...



Vielleicht auch, weil wir so viel rumgespielt haben ;-)







































Außerdem haben wir uns noch eine alte Plantage angeschaut, von denen es in der Gegend rund um Charleston einige zu besichtigen gibt. In "Boone Hall" wurden zur Skalvenzeit hauptsächlich Baumwolle und Pekannüsse angebaut, heute produzieren sie dort Pfirsiche und Erdbeeren. Ich denke die ergiebigste Einnahmequelle werden inzwischen aber wohl die Touristen sein, die in Schaaren dort rumlaufen.



Das schmucke Herrenhaus liegt am Ende einer wunderschönen Allee aus uralten knorrigen Eichen, von deren Ästen das hier in den Südstaaten überall verbreitete Spanische Moos hängt. Im Haus durfte man leider keine Fotos machen aber glaubt uns es war wirklich schön, irgendjemand hatte sogar eine Klimaanlage nachgerüstet. Wir waren uns einig, hier würde es sich leben lassen ;-)

Auf der einen Seite der Allee erstreckten sich großzügige Pferdeweiden, auf denen sich wie zur Begrüßung ein Koyote rumtrieb. Ich hab ihn gerade noch erwischt, bevor er sich aus dem Staub machen konnte. Auf der anderen Seite sind die früheren Sklavenhäuser aufgereiht, in denen heute einige Ausstellungen und Berichte aus dieser Zeit untergebracht sind. 
Seinen Slaven damals solche aus Stein gemauerten Hütten zur Verfügung zu stellen war angeblich ein besonderer Luxus und die früheren Herren sollen welche von den "netten" Plantagenbesitzern gewesen sein. Ihre Sklaven durften sich in ihrer Freizeit Gemüse anbauen und ein paar Hühner halten damit sie was zu Essen hatten...


Am anderen Ende des riesigen Anwesens gab es eine kleines Schmetterlingshaus:

 


Übrigens kann man Teile des Geländes, z. B. den netten "kleinen" Pavillion direkt am Wasser mit Bootsanleger für Veranstaltungen mieten. Die perfekte Hochzeitslocation, wer da also noch nichts gefunden hat von euch, wir können das nur empfehlen...


Sonntag, 13. November 2011

Road Trip ~Teil 3~

Ohje! Schon so lange nichts in den Blog geschrieben, Asche auf mein Haupt! Hier ist einfach im Moment so viel los, dass kaum Langeweile aufkommt bei mir. Zum Beispiel habe ich endlich eine Reitbeteiligung gefunden und bin daher drei Tage die Woche "beim Pferd". Wenn ich Fotos gemacht habe werd ich euch darüber mal mehr berichten. Jetzt geht es erstmal mit Urlaubsfotos weiter, ihr könnt euch ja eh nicht wehren, hihi.

Ich war ja in Washington stehen geblieben...                                         Dort wollten wir dem Hund auch mal was gönnen und waren in einem "Dogpark", diese bestehen in Washington aus einer kleinen Kunstrasenfläche mit zwei Bänken und einem Baum. Bitte stellt euch an dieser Stelle kurz den Gestank von vollkepinkeltem Plastikgras vor und ihr wisst warum wir schnell wieder weitergezogen sind. Nach einem letzten Gruppenfoto vor der Wärmebildkamera im Smithsonian Museum, mit der wir begeistert ein Weile rumgespielt haben, ging es weiter Richtung Küste.

Wir sind gefahren und gefahren, haben Stunden damit zugebracht im Auto zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen, bis sich endlich, nach ein paar Tunneln das Meer blicken ließ. Zumindest auf dem Navi, draußen war es zu dem Zeitpukt nämlich schon dunkel. Endlich im Hotel (wir hatten eins mit Meerblick direkt am Strand gebucht) angekommen, gab es erstmal ein Problem mit der Buchung der Zimmer. Expedia hatte uns freundlicherweise statt zwei Doppelzimmern nur eins reserviert, dafür dieses eine an zwei verschiedenen Tagen. Wir palaverten also mit der netten "Pixie" an der Rezeption und telefonierten abwechselnd mit der Expedia Hotline bis Patti die Ohren bluteten ;-) Letztendlich fand sich eine Lösung und wir haben noch gemütlich ein kleines Abendbrot auf dem Zimmer veranstaltet da alle Fast-Food Restaurants in der Nähe geschlosen hatten. Ja tatsächlich gibt es hier in den USA Gegenden in denen das goldene M über Nacht schließt, wir konnten es auch erst nicht glauben *lach* Die Outer Banks von North Carolina gehören offensichtlich dazu...
Am nächsten Morgen konnten wir von unseren Zimmern aus den Atlantik sehen über dem die Sonne lachte, es war also ein perfekter Morgen für einen Strandspaziergang. Ganz Amerikanisch ist hier ein großer Teil der Strände mit dem Auto befahrbar, sie empfehlen in der Einfahrt allerdings zu Recht einen Allradantrieb. Gut, dass unsere "Dicke Berta" (Ford Explorer) einen hat, wir haben ihn mehr als einmal gebraucht. 

Da die Küste North Carolinas und besonders die Outer Banks für die dort lebenden Wildpferde bekannt ist, haben wir fleißig Ausschau gehalten. Schaut man im Reiseführer oder im Internet danach sieht man tolle Bilder von 20 köpfigen Pferdeherden, die im wilden Galopp über den Sandstrand fegen. So in der Art hatten wir uns dass daher vorgestellt und waren eine Weile auf der Suche, bis eine nette Reisegruppe uns hinter eine Dühne schickte, dort hätten sie die Wildpferde gesehen. Ihr könnt euch vorstellen, dass besonders wir Mädels mit leuchtenden Augen um die Ecke geflitzt sind, um dann genau zwei, oder eher anderthalb 

Pferde zu sehen, die irgendwie keinen wilden Eindruck machten ;-) Diese kleine braune Stute und ihr Fohlen grasten friedlich in einem Garten hinterm Haus und ließen sich von uns und den anderen Touristen nicht weiter stören. 

Nagut, das waren sie nun also, die Wildpferde von North Carolina, wir haben sie gesehen, das Foto ist der Beweis *lach* 

Nachdem dieser Punkt auf unserer Liste abgehakt war haben wir noch eine Weile am Strand rumgealbert, für den Hund ein Bällchen geworfen und das wirklich traumhafte Wetter genossen. Leider war der südliche Teil der Outer Banks gesperrt. Hurrikane "Irene" hatte dort an mehreren Stellen die Straße zerstört und die Reparaturarbeiten dauern noch an. 


Bis zu einem der Wahrezeichen von NC, dem Lighthouse haben wir es aber noch geschafft, bevor wir auf dem Festland weiter fahren  mussten. Schon irgendwie verblüffend was für unterschiedliche Landschaften man hier in einem einzigen Bundesstaat sehen kann. Wir wohnen mitten in den Bergen mit dem entsprechenden Klima, können uns aber ins Auto setzen und sind innerhalb weniger Stunden am Meer wo es einige Grad wärmer ist und Palmen wachsen.

Nach dem kurzen Besuch "unserem" Leuchtturm, den man sich hier übrigens als Motiv auf den Führerschein drucken lassen kann, sind wir Richtung South Carolina aufgebrochen. Unsere Lieblingsstadt Charleson war das Ziel dieser Etappe, wir haben allerdings einen kurzen Zwischenstop in Myrtle Beach eingelegt. Myrtle Beach in SC ist wohl das "Mallorca der USA", es gibt eine unendliche Reihe von Hotels direkt am Strand und eine lange Vergnügungsmeile direkt dahinter.





Hier reihen sich Bars, Giftshops und Cafes aneinander soweit man sehen kann und alles ist auf Tourismus eingestellt. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben sowohl das Hard Rock Cafe als auch Planet Hollywood abgeklappert. Wären wir ein paar Wochen später hier vorbei gekommen hätten wir noch das legendäre Myrtle Beach Oktoberfest live erlebt *lach*
Außerdem haben wir uns noch eine ganze Weile am Strand rumgetrieben. Wenn wir gewusst hätten, dass es unsere letzte Möglichkeit auf Sonne Strand und Meer war, dann hätten wir sicher auch mal die Badesachen ausgepackt. Da aber noch der "Sunshinestate" Florida auf unserer To-Do-Liste stand haben wir uns mit einem Strandspaziergang begnügt.


Da hier keine Übernachtung geplant war haben wir uns nach dieser schönen Mittagspause auf den Weg nach Charleston gemacht...