Donnerstag, 8. Dezember 2011

Rodeo

Vor einer Weile wurden hier in Fletcher die SRA National Finals im Rodeo ausgetragen, das konnten wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen und haben uns in unsere Cowboystiefel geschmissen, um dabei zu sein. Leider war das Licht in der Halle zum Fotografieren sehr schlecht, ich habe trotzdem ein paar Bilder und Videos für euch hier hochgeladen.

Zuerst wurde die Nationalhymne von einem kleinen Mädchen gesungen, dann stellten sich die Cowboys alle auf und beteten gemeinsam, dass ihnen nichts passiert. Verrückt wenn man bedenkt, dass die sich tatsächlich freiwillig auf gut 1.000 kg schwere Bullen setzen.

















Zunächst ging es mit dem Bareback Riding los, hier versuchen sich die Cowboys für 8 sec auf einem wild buckelnden Pferd zu halten. Sie dürfen sich mit einer Hand an einem Griff festhalten, der dem Pferd wie ein Sattel umgeschnallt worden ist. Die andere Hand darf weder Pferd noch Reiter während des Rittes berühren. Nach Ablauf der Zeit hört man eine Hupe und der Cowboy wird von Helfern vom Pferd geholt wenn er denn noch drauf sitzt. Die Richter vergeben anschließend Punkte, bis zu 50 für den Style des Reiters und max. 50 für das Pferd. Wer am meisten Punkte (max. 100) sammelt gewinnt. Wer zu früh runterfällt bekommt keine Punkte.

Später wurden noch Pferde mit Sattel geritten -> Bronc Riding, hier wird genauso bewertet wie bareback.

Außerdem gab es noch das Barrelracing und verschiedene Rinder-Disziplinen zu sehen.

 













Hier werden Kälber aus einer Startbox gelassen, die man dann zu zweit oder alleine so schnell wie möglich mit dem Lasso einfangen muss -> Ropeing.


Oder einer der beiden Reiter lässt sich vom Pferd aus auf das Kalb fallen und ringt es zu Boden -> Steerwrestling.

Der krönende Abschluss eines Rodeos ist dann das Bull Riding. Unglaublich, dass sich diese Typen auf diese riesen Bullen setzen, die regelmäßig auf ihre Reiter losgehen wenn sie sie runtergebuckelt haben.


 Um die Cowboys vor dem Bullen zu beschützen gibt es die Bullfighter, Typen in kurzen Hosen, die sich zwischen Cowboy und Bulle stürzen und die Prügel einstecken. Ich weiß garnicht was ich verrückter finden soll...


Ja, also Rodeo ist "real American" würde ich sagen und wir waren trotz Boots irgendwie underdressed, da wir als einzige keinen Cowboyhut aufgesetzt hatten. Wir waren somit klar als Ausländer zu erkennen *lach*

Ich hatte zuvor etwas Sorge, dass ich Rodeo als Tierquälerei empfinden würde, man hört ja so allerhand von verschiedenen Tierschutzorganisationen. So schlimm wie das immer dargestellt wird ist es aber lange nicht. Diese Flankstraps, die die Tiere (Bullen wie Pferde) zum buckeln animieren sollen sind dick gepolstert und werden auch nicht um irgendwelche Weichteile geschnürt. Ich habe keinen einzigen Elektroschocker gesehen (und glaubt mir ich hab genau hingeschaut) und die einzigen, die humpelnd oder blutend die Arena verlassen haben waren die Cowoys...

Sonntag, 4. Dezember 2011

Road Trip ~Teil 6~

Jetzt habt ihr es gleich geschafft, hier kommen die letzten Urlaubsfotos...

Bei uns angekommen hatten wir noch ein paar gemeinsame Tage und da Halloween vor der Tür stand haben wir uns Kürbisse gekauft um Grimassen zu schnitzen. 
















Das Ergebniss konnte sich sehen lassen:








           Der verrückte Hutmacher                          und                                 die heulende Hütte

Leider sind die beiden schon nach wenigen Tagen etwas ausgetrocknet, falls also einer von euch einen Trick kennt der Kürbisse etwas länger haltbar macht, immer her damit!

Die Kürbissuppe war jedenfalls super, ich habe gerade vor ein paar Tagen die letzte Portion aus dem Tiefküler geholt ;-)

Außerdem haben wir vier noch ein wenig den Indian Summer genossen und waren draußen in den Bergen unterwegs...



























 Klickt die Bilder unbedingt an, in groß sehen sie noch besser aus ;-)












Wir hatten so viel Spaß zusammen und es war einfach ein super toller Urlaub! Manchmal kann ich garnicht glauben, dass wir wirklich in Amerika wohnen und dass das alles fast hier bei uns um die Ecke ist. Wir steigen einfach vor der Haustür ins Auto und fahren z. B. nach Florida, unglaublich!




Leider verging die Zeit zusammen viel zu schnell und auch der schöne Herbst ist inzwischen vorbei. Nun ist es hier morgens schon sehr frostig und fast alle Bäume sind kahl. Trotzdem steigen die Temperaturen mittags immernoch auf etwa 10 - 15 °C.

So und nun, da ich endlich mit dem Urlaubsbericht fertig bin kann ich die nächsten Tage mal berichten, was hier sonst noch so los war in letzter Zeit...

Montag, 21. November 2011

Road Trip ~Teil 5~


So, weiter ging es nach Florida! 

Hier hatten wir für ein paar Tage ein Ferienhäusschen in Daytona Beach gebucht und wollten uns Orlando, Cape Canaveral und diese ganzen berühmten Touri-Attraktionen anschauen. Außerdem wollten wir im "Sunshine State" natürlich auch mal einen Nachmittag am Strand liegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Laut Beschreibung sollte das Häuschen nur wenige Schritte vom Strand entfernt sein  und sowohl über Luftmatratzen als auch Kanus für Besucher verfügen, alles schien perfekt. Bis ich während der Fahrt richtung Süden die Tageszeitung aufschlug...                                                                                       Das Satellitenbild für den Wetterbericht zeigte strahlenden Sonnenschein für ganz Nord Amerika, einzige Ausnahme: Florida! Über dem Sunshine State braute sich ein tropischer Sturm zusammen, der noch zu überlegen schien ob er ein richtiger Hurrican werden sollte. Je weiter wir nach Süden fuhren, desto schlechter wurde das Wetter, wir saßen im Auto und konnten es kaum glauben... 

Da wir als verwöhnte Europäer kaum Erfahrung mit Tropenstürmen hatten, haben wir die Vermieterin des Ferienhauses angerufen, bevor wir die Grenze nach Florida erreichten. Laut ihrer Aussage wäre in Florida alles in Ordnung, bisschen windig aber kein Grund einen Urlaub umzuplanen. Sie versicherte uns glaubhaft es wäre nur ein ganz kleiner Sturm und morgen sollte schon wieder schönes Wetter sein. So etwa eine Stunde bevor wir Daytona Beach erreichten hörte es nicht mehr auf zu regnen und es wurde immer stürmischer. Der Wetterberichtsfutzi im Radio verriet schonmal den Namen, den sie aussuchen würden, wenn der Tropensturm ein Hurrican werden würde und die Stimmung im Auto war nicht gerade auf ihrem Höhepunkt... 

Wir sind trotzdem weitergefahren und haben als wir die Küste erreichten erstmal erstaunt aufs Meer geschaut. Der Strand war Menschenleer, die Wellen riesig und der Wind war so warm, dass man in kurzer Hose rumlaufen konnte. Da aber niemand begann die 1.000 Hotels direkt am Strand zu evakuieren sind wir losgezogen um unser Ferienhäuschen in der dritten Reihe zu suchen. Was wir fanden war sehr niedlich, modern eingerichtet und gefiel allen sofort, also beschlossen wir zu bleiben und das Beste draus zu machen. Den Abend haben wir mit einem köstlichen Essen im "Olive Garden", einigen DVDs die wir im Haus gefunden hatten und einer Flasche Wein verbracht. Als Patti und ich am nächsten Morgen loszogen um den Hund zu lüften war der Sturm noch etwas stärker geworden. Überall lagen große Palmblätter und Äste herrum, vom breiten Sandstrand war nur noch ein schmaler Streifen zu sehen, so hoch schlugen die Wellen. Wir kamen uns eher vor wie in Dänemark als in Florida ;-) Und ich musste an Julias Worte denken: "Grüß den Sunshine State von mir wenn du da bist!" Äh ja, hab ich gemacht liebe Julia ;-P

Da es aber gerade nicht regnete haben wir uns nach Hunderunde und Geburtstagsfrühstück auf den Weg zum Cape Canaveral gemacht. Dort angekommen fährt man das letzte Stück des Weges auf einer Straße direkt am Wasser, hier war der Sturm besonders beeindrucken. Während wir noch staunend aus dem Fenster schauten fing es an zu schütten. Es regnete so stark, dass die Scheibenwischer kaum hinterher kamen und das Navi verkündete fröhlich: "Sie haben ihr Ziel erreicht!" Ein neues Simmungstief war ebenfalls erreicht. Da ist man schonmal zu seinem Geburtstag in Florida und dann sowas! Während wir noch im Auto berieten ob wir gleich sofort wieder umdrehen sollten oder wenigstens erst einer an der Kasse fragen geht ob vielleicht auch vieles überdacht ist hier, hat wohl jemand den Schalter von "EsregnetwieausEimern" auf einen normalen, erträglichen Regen umgestellt.

Wir sind also schnell rein ins NASA Zentrum und haben uns zuerst alles angeschaut was draußen zu besichtigen war. Beeindruckend, wie groß so eine Rakete dann doch ist wenn man im "Rocket-Garden" direkt daneben stehen kann...














Außerdem fahren sie einen in großen Bussen quer über das ganze NASA Gelände und man kommt an mehreren Zwischenstops (die natürlich mit Giftshops versehen sind) erstaunlich nah an die Raketenabschuss-Rampen herran. 

 
Der nächste geplante Start sollte nur gute drei Wochen nach unserem Besuch stattfinden und im Bild links sieht man was schon alles aufgebaut worden ist dafür.




















Neben Raketen, Antriebsdüsen, Abschussrampen und all diesen technischen Dingen findet man auf dem NASA Gelände auch eine unglaubliche Artenvielfalt an Tieren. Die NASA wurde zu einer Naturschutz-Ausgleichsfläche verpflichtet und so konnten wir neben unzähligen Vogel- und Reiherarten sogar Aligatoren und einen Weißkopfseeadler beobachten.



Da es dann aber auch schon wieder anfing zu regnen haben wir den Rest des Tages in überdachten Ausstellungen verbracht und zum Beispiel in der Enterprise herumgespielt. Da ich Geburtstag hatte durfte ich der Käptn sein, hehe!

            



                      "Energie!"

Den Abend verbrachten wir mit Pizza, Wein, Cranium und Jenga. Der Sturm wurde immer heftiger und neben Palmblättern flogen nun auch schon ab und zu auch Teile von Hausdächern durch die Gegend. Der ein oder andere kleine Stromausfall veranlasste uns mal das Haus nach Kerzen und Taschenlampen zu durchsuchen...






Am nächsten Morgen war es plötzlich schön draußen, viel weniger stürmisch und es hatte aufgehört zu regnen, so dass wir uns entschlossen in die Universal Studios nach Orlando zu fahren. Zu unserem Glück hatte das Wetter scheinbar viele andere Besucher abgeschreckt, sodass wir eigentlich nirgends allzulange in der Warteschlange stehen mussten.


















Moritz beim Smalltalk mit Dr. Emmet Brown aus "Zurück in die Zukunft"



























Der Mops aus "Men in Black"









Hier lauert der weiße Hai!





 Dieses kleine Squirrel saß vor einem Haufen Chips und ließ sich von mir garnicht stören. Ich bin wie verrückt vor ihm auf dem Boden rumgerutscht um das beste Foto zu schießen aber das ließ diesen kleine Nager völlig kalt. Wahrscheinlich ist es Trubel gewohnt, wo es doch schließlich in Orlando, FL zu Hause ist ;-)
Am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg nach North Carolina gemacht, schließlich wollen Nathalie und Moritz auch noch unser Haus sehen.

Auf den Weg dahin haben wir doch tatsächlich diese Gruppe Aasgeier am Straßenrand sitzen sehen. Wer mich kennt, weiß dass ich es mir nicht verkneifen konnte auszusteigen um mir das mal aus der Nähe anzusehen ;-)

Ich habe mir zwar unzählige Mückenstiche in den paar Minuten eingefangen (der hungrige Mückenschwarm war es wohl auch was die anderen im Auto warten ließ *lach*) aber diese Bilder waren es mir wert.











Dienstag, 15. November 2011

Road Trip ~Teil 4~

Charleston! 
Unsere Lieblingsstadt (also Pattis und meine) wir waren inzwischen mehrfach dort, ihr kennt schon Bilder, trotzdem war es wieder anders und wieder sehr schön! Charleston liegt an der Küste von South Carolina und hat viele wunderschöne uralte Stadtvillen mit riesigen Verandas und zauberhaften Gärten.
























Neben einer Stadtrundfahrt mit der Pferdekutsche haben wir einfach bei einem Bummel durch die Straßen und Gassen die kleinen Lädchen und den Markt genossen. Nathalie hatte hier die beste Limonade ihres Lebens und wollte von da an nichts anderes mehr trinken. Egal wo wir den Rest des Urlaubs gegessen haben, sie hat meistens Limonade bestellt um fest zu stellen, dass die auf dem Markt von Charleston einfach besser geschmeckt hat *lach*




 Die zweite Hälfte des Tages haben wir uns auf der USS Yorktown rumgetrieben. Dieser alte Flugzeugträger, der vor der Hafeneinfahrt zu Charleston auf Grund liegt, sollte dem aufmerksamen Leser bekannt vorkommen ;-) Patti war schonmal dort und hat auch Fotos hier gezeigt. Wir anderen drei kannten sie aber noch nicht und wollten uns das nicht entgehen lassen.





















Nach einem kurzen Ritt auf der Kanone à la Münchhausen sind wir zunächst das Flight Deck und die ausgemusterten Kampfjets erkunden gegangen, bevor wir uns die unteren Decks angeschaut haben. Es gibt unzählige Touren auf dem Schiff und wir waren viel länger hier beschäftigt als wir alle dachten...



Vielleicht auch, weil wir so viel rumgespielt haben ;-)







































Außerdem haben wir uns noch eine alte Plantage angeschaut, von denen es in der Gegend rund um Charleston einige zu besichtigen gibt. In "Boone Hall" wurden zur Skalvenzeit hauptsächlich Baumwolle und Pekannüsse angebaut, heute produzieren sie dort Pfirsiche und Erdbeeren. Ich denke die ergiebigste Einnahmequelle werden inzwischen aber wohl die Touristen sein, die in Schaaren dort rumlaufen.



Das schmucke Herrenhaus liegt am Ende einer wunderschönen Allee aus uralten knorrigen Eichen, von deren Ästen das hier in den Südstaaten überall verbreitete Spanische Moos hängt. Im Haus durfte man leider keine Fotos machen aber glaubt uns es war wirklich schön, irgendjemand hatte sogar eine Klimaanlage nachgerüstet. Wir waren uns einig, hier würde es sich leben lassen ;-)

Auf der einen Seite der Allee erstreckten sich großzügige Pferdeweiden, auf denen sich wie zur Begrüßung ein Koyote rumtrieb. Ich hab ihn gerade noch erwischt, bevor er sich aus dem Staub machen konnte. Auf der anderen Seite sind die früheren Sklavenhäuser aufgereiht, in denen heute einige Ausstellungen und Berichte aus dieser Zeit untergebracht sind. 
Seinen Slaven damals solche aus Stein gemauerten Hütten zur Verfügung zu stellen war angeblich ein besonderer Luxus und die früheren Herren sollen welche von den "netten" Plantagenbesitzern gewesen sein. Ihre Sklaven durften sich in ihrer Freizeit Gemüse anbauen und ein paar Hühner halten damit sie was zu Essen hatten...


Am anderen Ende des riesigen Anwesens gab es eine kleines Schmetterlingshaus:

 


Übrigens kann man Teile des Geländes, z. B. den netten "kleinen" Pavillion direkt am Wasser mit Bootsanleger für Veranstaltungen mieten. Die perfekte Hochzeitslocation, wer da also noch nichts gefunden hat von euch, wir können das nur empfehlen...